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Als ich knapp 14 war, kam der erste Hund in unser Haus und damit ging mein innigster Wunsch in Erfüllung. Ein Onkel brachte Jimmy, der auf abenteuerliche Weise bei ihm gelandet war und für den er keine Verwendung hatte, zu uns und da alles so überraschend war, kam keiner auf die Idee, das Geschenk abzulehnen, obschon es bis dahin immer geheissen hatte „ein Hund geht nicht“. Wir hatten ein grosses Haus und einen riesigen Garten und es ging sehr gut.
Der Hund war ein orange-weisser Cockerspaniel , nach Standard zu gross, mit – ebenfalls nach Standard -schlechtem, lockigem Haar, unerzogen und stur wie ein Panzer, aber er gehörte uns war demzufolge über jeden Zweifel erhaben. Dass er in seinem ca. dreijährigen Leben nicht viel an Manieren mitbekommen hatte, war nicht sein Fehler; ich versuchte deshalb – zuhause um den Esszimmertisch - ihm diese beizubringen – mit ganz ordentlichem Erfolg. Jagdhundeausbildner nennen so etwas treffend „Stubendressur“- aber das wusste ich damals noch lange nicht.

Jimmy war uns zehn Jahre lang ein wundervoller Gefährte und hatte uns – wie das mit dem ersten Hund oft der Fall zu sein scheint, auf seine Rasse geprägt. Nach seinem Tod sollte es – so dachten meine Mama und ich irrigerweise – kein Cocker mehr sein. Vielleicht ein Schäferhund? Für unser grosses, alleinstehendes Haus gar nicht so unpraktisch. Mein Ur-Traumhund – ein Barsoi – wurde rundweg abgelehnt und der Schäfer – da zu gross und doch vielleicht etwas aufwändig – auch wieder verworfen.
Die Gattin unseres Zahnarztes hatte zu diesem Zeitpunkt – welch glückliche Fügung – einen Cockerwurf zu betreuen: natürlich fuhren wir hin – nur so und ganz unverbindlich – und ebenso natürlich kam zum geeigneten Zeitpunkt eine schwarze Hündin zu uns: Cockyhearts Delphi.
Dieser Wirbelwind brachte mich dank ihrer Jagdpassion oft in vertrackte Situationen, war der Grund zum Zwingernamen „vom Hasenschreck“ und hatte durch ihren Sohn Amor grössten Anteil daran, dass ich schliesslich über vorerst recht theoretisch absolvierte Jagdprüfungen zur wirklichen jagdlichen Tätigkeit fand.

Nach Delphi kam Silverdawn Uniformity, dann Misty-Joy of Parkline, eine kleine hochpassionierte Black and tan Hündin (gezogen von D. Schneeberger in Rüfenacht), die es bis zur Gebrauchsprüfung schaffte und dann..... ja dann kam Flicka.

Die English Springer Spaniel Hündin „Flicka vom Forst Rögen“ gezogen von H. Mund in Todendorf, Deutschland, war der Beginn einer neuen Aera und zeitlebens die „Grande Dame“ in unserem Haus. Sie hatte vier Würfe und ist in den Ahnentafeln vieler jagdlich geführter Springer in der Schweiz und in Deutschland zu finden. Flicka hat mir in der Ausbildung mehr Durchhaltevermögen abverlangt, als je ein Hund zuvor. Ich habe von ihr und mit ihr, so viel Schönes erlebt, wie man es sich von einem Jagdgefährten nur erträumen kann. Sie war ein „Lebenshund“, ein Geschenk, dessen Wert man erst erkennt, wenn man es nicht mehr hat. Mit fast 16 Jahren hat sie uns verlassen, lebt aber in ihrer Urenkelin „Ninja“ und deren Kinder und Enkelkinder weiter.